Zum Begriff: Systemisches Coaching

Der Begriff Coaching ist mittlerweile sehr weit verbreitet, und wird teilweise inflationär gebraucht. Im Sport wird zwischen Trainer und Coach z.T. kein Unterschied gemacht, und der Begriff wird oft synonym verwendet. Skurrile Beispiele wie Bau-Coach, KFZ-Coach oder Mal-Coach sind an der Tagesordnung. Bestenfalls handelt es sich um fachkundige Personen, die Wissen vermittelten, und dies gemeinsam mit den KundInnen üben – also TrainerInnen.

Was verstehe ich unter Coaching?
Coaching im engeren Sinn bezieht sich auf die (Weiter-)Entwicklung eines selbst gewählten Themas aus dem beruflichen Kontext innerhalb eines begrenzten Zeitraums. Im Vordergrund steht die reflexive Auseinandersetzung mit der eigenen Persönlichkeit im Dreieck zwischen (beruflicher) Rolle, (beruflicher) Aufgabe (Funktion, Tätigkeitsbeschreibung) und der eigenen Person. Dadurch wird auch die inhaltliche Nähe zur klassischen Supervision erkennbar, und die Grenze verläuft oft fließend. (Vgl. ÖVS)

 

Vorteile von Einzel-Coaching
– individuelle Lösungen: intensives Bearbeiten eines Themas
– zeitlich effektiv: meist sind wenige Termine erforderlich
– Unterstützung und Förderung der eigenen Lösungskompetenz (keine von außen vorgegebene Lösung)
– vertrauensvolles Setting durch die Verschwiegenheitspflicht (vgl. Ethik der ÖVS)
– Klarheit über zukünftiges Vorgehen und Handeln

Nüchterne Zwischenbilanz: 1,5 Jahre ASchG-Novelle – Es besteht Gestaltungsbedarf!

In einem Artikel im Der Standard zieht die Arbeitspsychologin Julia Steurer vom Arbeitsinspektorat eine nüchterne Bilanz.
Die Evaluierung der psychischen Belastungen, die seit 1.1.2013 noch klarer im ASchG verankert wurden, haben noch Verbesserungsbedarf:
– Mangelnde Kenntnisse des Arbeitsschutzes
– Artbeitsplatzevaluierung sind z.T. mangelhaft
– Benennung der konkreten (Fehl-)Belastungen (Gefahren) eher oberflächlich
– Gestaltungsvorschläge (= Maßnahmen, welche in der Evaluierung erhobene Misstände beseitigen sollten) oft unpräzise, ohne Frist und Zuständigkeit
– nicht aussagekräftige Tätigkeitsberichte der firmeninternen Fachleute
Andererseits meint Steurer, dass immer mehr Betriebe beginnen jetzt einen qualitätsvollen systematischen Prozess beginnen und davon profitieren.

Einsparungspotential und Erfolgsaussichten
Die Arbeiterkammer schätzt die Kosten allein von Burnout auf knapp 3,5 Milliarden Euro in Österreich. Das WIFO kommt auf etwa die doppelte Summe von sieben Milliarden Euro, und berücksichtigt in seiner Schätzung ebenso die Kosten von dauerhafter Unterfordung sowie das Gefühl des Unnötigseins (Boreout). (Anm.: sowohl Über- als auch Unterforderung wird in der Arbeitspsycholgie als Fehlbeanspruchung definiert; Vgl. Abb. 1: ÖNORM 10075)
Ob die getroffenen Maßnahmen und Interventionen von Erfolg gekrönt sind, hängt vor allem von der präzisen Feststellung der Fehlbelastungen ab. Anders ausgedrückt: Je genauer und systematischer die Evaluierung der psychischen Belastungen (gem. ASchG) durchgeführt wird, desto höher sind die Chancen, dass
– die Maßnahmen an der “richtigen” Stelle ansetzen,
– die getroffenen Investitionen nicht verpuffen, und zu einer nachhaltigen Verbesserung der Arbeitsbedingungen führen,
– und damit zu einer bessern Stimmung im Unternehmen (z.B. erhöhte Arbeitszufriedenheit und Engagement) sowie einem besseren Betriebsergebnis führen.

Treffsichere Maßnahmen der Arbeitsgestaltung
Die Maßnahmen können Aspekte der Kommunikation (z.B. neu geregelter Informationsaustasuch, v.a. bei Schnittstellen) und des Betriebsklimas (z.B. Einführung einer Feedbackkultur) oder auch einfache Änderungen in der Arbeitsumgebung (z.B. Büroausstattung, Arbeitsgeräte) betreffen. Als ExpertInnen in diesem Bereich kommt den Arbeits- und OrganisationspsycholgogInnen eine spezielle Rolle zu.

Wir unterstützen Sie gerne dabei, die gesunde Arbeitsbedingungen in Ihrem Unternehmen zu entwickeln und umzusetzen!

Coaching

unterstützt die Entwicklung und Umsetzung von Themen und Aufgaben

Nutzen
+ schärft den Blick auf das gewählte Thema
+ schafft Klarheit über Ziele und Erfolgskriterien
+ steigert die Lösungskompetenz
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= selbsterarbeite Lösungs- und Handlungsmöglichkeiten

 

Beispiele für Systemisches Einzel-Coaching

Einzelcoaching
Worauf sollte ich in der kommenden Verhandlungssituation achten?
Wie kann ich mich auf die neue Funktion vorbereiten?
Was sind Ziele und Erfolgskriterien?

Teamcoaching (am Beispiel Thema Kommunikation)
Was waren schwierige Situationen und wie können wir diese in Zukunft optimaler gestalten?
Wie gestalten wir den Informations- und Wissensaustausch?
Wie können wir aktiv Missverständnisse verhindern?

Fragen im Gruppencoaching (am Bespiel Gründung)
Was unterscheidet mich von meinen MitberwerberInnen – was ist meine USP?
Wie gehe ich mit der neuen Situation als „Selbständige/r“ um?
Welche Ziele und Motive strebe ich an?

 

Karriere-Coaching

+ Klarheit über Ihre Ziele und Erfolgskriterien
+ Stärkung Ihrer Potentiale
+ Verbesserung Ihrer beruflichen Perspektiven
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= Lösungen für aktuelle Herausforderungen

Anlässe
– Arbeitsunzufriedenheit
– berufliche Herausforderungen (z.B. Strategien entwickeln, Gespräche, Situationen)
– Jobwechsel (Organisation, Abteilung, Position)

Sie möchten
…versteckte oder schlummernde Interessen und Potenziale entdecken?
…Ihre Stärken (und Schwächen) erkennen?
…sich beruflich neu orientieren?