Nüchterne Zwischenbilanz: 1,5 Jahre ASchG-Novelle – Es besteht Gestaltungsbedarf!

In einem Artikel im Der Standard zieht die Arbeitspsychologin Julia Steurer vom Arbeitsinspektorat eine nüchterne Bilanz.
Die Evaluierung der psychischen Belastungen, die seit 1.1.2013 noch klarer im ASchG verankert wurden, haben noch Verbesserungsbedarf:
– Mangelnde Kenntnisse des Arbeitsschutzes
– Artbeitsplatzevaluierung sind z.T. mangelhaft
– Benennung der konkreten (Fehl-)Belastungen (Gefahren) eher oberflächlich
– Gestaltungsvorschläge (= Maßnahmen, welche in der Evaluierung erhobene Misstände beseitigen sollten) oft unpräzise, ohne Frist und Zuständigkeit
– nicht aussagekräftige Tätigkeitsberichte der firmeninternen Fachleute
Andererseits meint Steurer, dass immer mehr Betriebe beginnen jetzt einen qualitätsvollen systematischen Prozess beginnen und davon profitieren.

Einsparungspotential und Erfolgsaussichten
Die Arbeiterkammer schätzt die Kosten allein von Burnout auf knapp 3,5 Milliarden Euro in Österreich. Das WIFO kommt auf etwa die doppelte Summe von sieben Milliarden Euro, und berücksichtigt in seiner Schätzung ebenso die Kosten von dauerhafter Unterfordung sowie das Gefühl des Unnötigseins (Boreout). (Anm.: sowohl Über- als auch Unterforderung wird in der Arbeitspsycholgie als Fehlbeanspruchung definiert; Vgl. Abb. 1: ÖNORM 10075)
Ob die getroffenen Maßnahmen und Interventionen von Erfolg gekrönt sind, hängt vor allem von der präzisen Feststellung der Fehlbelastungen ab. Anders ausgedrückt: Je genauer und systematischer die Evaluierung der psychischen Belastungen (gem. ASchG) durchgeführt wird, desto höher sind die Chancen, dass
– die Maßnahmen an der “richtigen” Stelle ansetzen,
– die getroffenen Investitionen nicht verpuffen, und zu einer nachhaltigen Verbesserung der Arbeitsbedingungen führen,
– und damit zu einer bessern Stimmung im Unternehmen (z.B. erhöhte Arbeitszufriedenheit und Engagement) sowie einem besseren Betriebsergebnis führen.

Treffsichere Maßnahmen der Arbeitsgestaltung
Die Maßnahmen können Aspekte der Kommunikation (z.B. neu geregelter Informationsaustasuch, v.a. bei Schnittstellen) und des Betriebsklimas (z.B. Einführung einer Feedbackkultur) oder auch einfache Änderungen in der Arbeitsumgebung (z.B. Büroausstattung, Arbeitsgeräte) betreffen. Als ExpertInnen in diesem Bereich kommt den Arbeits- und OrganisationspsycholgogInnen eine spezielle Rolle zu.

Wir unterstützen Sie gerne dabei, die gesunde Arbeitsbedingungen in Ihrem Unternehmen zu entwickeln und umzusetzen!

Evaluierung psychischer Belastungen (gem. ASchG)

Erleben und Gestalten von gesundheitsfördernden Arbeitsbedingungen

Ziele
+ Bewusstsein schaffen: psychische Belastungen analysieren
+ Auseinandersetzung: psychische Fehlbelastungen und daraus resultierende
Fehlbeanspruchungen identifizieren
+ Lösungen finden: Präventivmaßnahmen (er)finden und umsetzen
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= Wirtschaftlichkeit und gesundheitsfördernde Arbeitsbedingungen

Zielgruppen
sind Organisationen in den Bereichen Dienstleistung (Vertrieb, Handel, IT, Gastronomie) und NPOs aus dem Gesundheitsbereich.

Ablauf eines Evaluationsprojektes in acht Schritten

1. Projektvorbereitung
– Steuergruppe einrichten
– Info-Workshop, Projektplanung
– Dokumentensichtung
– Überblick Organisations- und Tätigkeitsbereiche

2. Projektplanung
– Projektgestaltungs-Workshop
– Dokumentationsrichtlinien festlegen
– Projekt- und Kommunikationsplan erstellen

3. Vorbereitung des eines standardisierten Testverfahrens (z.B. BASA 2, IMPULS-Test|2-Professional, o.ä.)
– Informationsveranstaltungen und Info-Mail für Führungskräfte und MitarbeiterInnen
– Technische Implementierung

4. Durchführung des eines standardisierten Testverfahrens (z.B. BASA 2, IMPULS-Test|2-Professional, o.ä.)
– Laufzeit 10 bis 14 Tage
– Anonymisierter Ergebnisbericht für Steuergruppe

5. Gestaltungs-Workshops mit FK, MA und FK & MA
– Bedingungsbezogene psychische (Fehl-)Belastungen identifizieren, die zu Fehlbeanspruchungen führen
– Lösungsvorschläge erarbeiten

6. Vorstellung der Ergebnisse aus den Gestaltungs-Workshops
– Workshop Steuergruppe und Geschäftsführung
– Ziel: Entscheidung über umzusetzende Maßnahmen
– Information der FK, MA welche Maßnahmen umgesetzt werden

7. Eintragung in die Sicherheits- und Gesundheitsschutzdokumente
– Genehmigter Maßnahmenkatalog und Aktionsplan

8. Maßnahmen durchführen und überprüfen

– regelmäßige Arbeitsplatzevaluierung
– Verpflichtende Überprüfung nach Zwischenfällen
– ev. Anpassung der Maßnahmen

Ort und Kosten
Veranstaltungsort und Termine nach Vereinbarung
Die Kosten sind abhängig von der
– Unternehmensgröße und Branche
– Anzahl der Abteilungen
– den verwendeten Fragebogenverfahren
– den eingesetzten qualitativen Erhebungsmethoden
– Anzahl der Workshops und Coachings

Für Fragen stehe ich gerne telefonisch oder per Email zur Verfügung.
Nutzen Sie die Möglichkeit eines kostenlosen Erstgesprächs!

Die Evaluierung psychischer Belastungen gemäß ASchG wird in Kooperation mit Mag.a Jutta Gatternig angeboten.

Siehe dazu auch den Blogbeitrag Gesunde Arbeitsbedingungen – gesunde Unternehmen